Bagdro

Ein tibetischer Mönch zu Besuch an der GSE

Beschreibung

Wir beschäftigen uns in der Klasse 9a im Ethik-Unterricht mit dem Thema „Gewalt“. Da war es ein toller Zufall, dass der tibetische Mönch Bagdro gerade in Hamburg war, um gerade in Schulen davon zu berichten, was er selbst an Gewalt während seiner Zeit im Gefängnis in Lhasa erlebt hat. Dieser Bericht eines Betroffenen ist uns allen unter die Haut gegangen !

Nachfolgend die Zusammenfassung eines Schülers über den Besuch:


Die Geschichte eines Mönchs aus Tibet

Bevor Herr Bagdro anfing, uns die tibetische Geschichte in China zu erzählen, sagte er: „ wenn es euch nicht interessiert, dann vergesst was ich euch gleich erzähle, aber sollte es euch interessieren, dann behaltet es in euch, und erzählt es euren Eltern und Freunden!“ Dann fing er an zu erzählen.

Bevor er ein Mönch war, also vor seinem 18. Lebensjahr, haben sie in der Schule immer gesagt Religion sei Gift. Sie wollten verhindern, dass die Menschen gläubig werden. Der Herr Bagdro hatte auf seiner Jacke drei verschiedene Button, auf denen Diktatoren abgebildet waren. Er wusste nichts vom Dalai Lhama.

Als er dann 18 wurde, hat er sich entschieden, ins Kloster zu gehen. Im Kloster las er ein Buch, das sein Leben veränderte. Er hing die drei Button an einen Baum vor dem Kloster und beschloss ein Mönch zu sein. Die Mönche demonstrierten gegen die Regierung von China und auf einmal schoss man auf sie. Herr Bagdro überlebte, aber die chinesischen Polizisten stürmten die Klöster und nahmen alle gefangen, die dort waren. Sie wurden ins Gefängnis gebracht und gefoltert.

Im Gefängnis haben sie Dinge gemacht, die man mit Tieren nicht machen würde. Eine Qual, die über ein paar Jahre ging. Sie beschlossen, Herrn Bagdro freizulassen, weil er für sie schon so gut wie tot war. Er hat es aber gerade noch überlebt. Er ist drei Monate über Berge, Gletscher usw. nach Indien geflüchtet (ohne Socken und ohne Schuhe). Nach Indien deswegen, weil dort der Herrscher der Buddhisten war, der Dalai Lhama. Herr Bagdro war anschließend ein Jahr in Frankreich in Krankenhäusern; dort wurde er wieder zusammengeflickt.

Er fing an, den Menschen über das Grauen zu erzählen, damit die Qual ein Ende hat und Tibet wieder ein freies Tibet ist. Heute ist Herr Bagdro 32 Jahre alt und reist um die Welt. Er ist zur Zeit auf Deutschland-Tour und besucht Schulen und Uni`s, um die Qualen, die er erlebt hat zu erzählen. Er hat auch schon Bücher darüber geschrieben.

Ganz zum Schluss hat Herr Bagdro noch ein Gebet vorgetragen. Dies ist ein schwieriger und ungewöhlicher Gesang, für den er vier Jahre gebraucht hat um ihn zu lernen.

(Es ist für mich ein Wunder, dass ein Mensch, der solche Qualen erlebt hat, noch lachen kann)



Status

abgeschlossen

Form

Innerhalb des Regelunterrichts

Kontakt

Rainer Griep

Telefon

428 822 100